Am Montagmorgen um 7:05 Uhr EDT (Eastern Daylight Time) dockte der unbemannte Dragon-Frachter von SpaceX erfolgreich am vorderen Andockstutzen des Harmony-Moduls der Internationalen Raumstation (ISS) an. An Bord befanden sich mehr als 5.000 Pfund (rund 2.270 Kilogramm) an wissenschaftlichen Experimenten und Versorgungsgütern im Rahmen der 33. kommerziellen Versorgungsmission von SpaceX für die NASA.
Der Flug zur Raumstation
Der Start der Mission erfolgte am 24. August um 2:45 Uhr an Bord einer Falcon-9-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Nach einem 28-stündigen Rendezvous mit der Raumstation erfolgte das Andockmanöver sogar etwas früher als geplant, während die beiden Raumfahrzeuge in einer Höhe von rund 260 Meilen (ca. 420 Kilometern) über der Elfenbeinküste schwebten.
Wissenschaft, Vorräte und Tortillas
Die Fracht umfasst neben frischen Lebensmitteln, Ausrüstung für die Besatzung und Stationshardware auch zahlreiche wissenschaftliche Experimente. Eine besondere Lieferung, die bei der Crew für Freude sorgen dürfte, sind 1.500 Tortillas. Bill Spetch, ISS Operations Integration Manager am Johnson Space Center, erklärte den Grund für diese spezielle Wahl: „Wir fliegen Tortillas, weil andere Brotsorten zu viele Krümel erzeugen, die in der Schwerelosigkeit herumschweben würden. Tortillas sind dafür ein hervorragender Ersatz.“
Eine neue Aufgabe für Dragon: Die Bahnanhebung
Eine bedeutende Neuerung dieser Mission ist ein zusätzliches Antriebsmodul, das im nicht druckbeaufschlagten Heckteil des Dragon-Frachters transportiert wurde. Dieses Modul soll dabei helfen, die Flughöhe der ISS zu korrigieren. „Die Bahnhöhe der Raumstation nimmt aufgrund der dünnen Restatmosphäre in dieser Höhe langsam ab“, erläuterte Bill Spetch. „Um diesem Luftwiderstand entgegenzuwirken, müssen wir die Station regelmäßig anheben.“ Bisher wurden diese sogenannten „Re-Boosts“ hauptsächlich von russischen Progress-Frachtern oder den Triebwerken der Station selbst durchgeführt. „Mit dem zusätzlichen Antriebsmodul wird nun auch Dragon diese Fähigkeit zur Stabilisierung der Umlaufbahn bereitstellen“, so Spetch. Die ersten Zündungen sind ab September geplant und sollen bis in den Herbst 2025 periodisch erfolgen.
Dankbare Worte von der Besatzung
Die Ankunft des Frachters wurde von der ISS-Besatzung mit Freude erwartet. „Wir möchten uns bei allen bedanken, die die Fracht vorbereitet, verladen und gestartet haben“, funkte Astronaut Mike Fincke von der Raumstation. „Unsere Aufgabe ist es nun, uns von hier aus darum zu kümmern. Wir werden unser Bestes für die gesamte Wissenschaft geben, die jetzt an Bord ist. Außerdem schätzen wir den Nachschub sehr.“
Bedeutung für zukünftige Missionen
Die Forschung an Bord der Raumstation ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Raumfahrt. Sie treibt nicht nur zukünftige Explorationsmissionen voran, wie die Artemis-Missionen zum Mond und bemannte Flüge zum Mars, sondern liefert auch zahlreiche Erkenntnisse, die der Menschheit auf der Erde zugutekommen.